Schlitz und Zapfen, Gratleisten, Domino-Dübel oder verschraubte Gratnutprofile sichern Formstabilität, ohne das Holz zu fesseln. Wir planen Dehnungsfugen, berücksichtigen Faserverlauf und leiten Kräfte in belastbare Bereiche. Wo nötig, verstecken wir Stahlprofile schlank in Fräsungen, lassen aber die Holzlogik den Ton angeben. So entsteht eine Konstruktion, die auf Bewegung vorbereitet ist, spürbar solide bleibt und bei Bedarf repariert werden kann, statt beim ersten Klimawechsel zu resignieren.
Zu viel Rustikalität wirkt verkleidet, zu viel Minimalismus kann steril erscheinen. Wir suchen den lebendigen Mittelpunkt: schlichte Linien, präzise Kanten, taktile Flächen. Gezähmte Wildheit. Markante Äste werden ruhige Inseln, Sägekanten erhalten nur so viel Zuwendung, dass die Hand gerne verweilt. Das Möbel fügt sich in moderne Architektur, bringt jedoch Tiefe und Geschichte ein. So wird aus Kontrast eine Partnerschaft, die Alltagsszenen unaufdringlich rahmt und Räume menschlicher macht.
Technik dient dem Gefühl, nicht umgekehrt. Wir versteifen Unterseiten, integrieren nivellierbare Füße für alte Dielenböden, planen Kabeldurchführungen für Home-Office-Ordnung und entkoppeln Platten flächenschonend. Alles bleibt unsichtbar, damit das Auge an Holz, Licht und Nutzung hängen bleibt. Die Hand spürt Vertrauen, die Ohren hören Stille. So entsteht ein Möbel, das ohne Worte funktioniert, und doch bei jedem Streichen erzählt, woher es kommt und warum es bleiben wird.
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